G C D G C D G [Verse 1]G Am In Erwartung jener Stunde, die man halt nicht vorher kenntC G D G Nehm' ich mir Papier und Feder und beginn mein TestamentG Am Schreibe meinen letzten Willen, doch ich hoffe sehr dabeiC G D G Dass der Wille, den ich schreibe, doch noch nicht mein letzter seiG Am Aber für den Fall der Fälle halte ich ihn schon bereitC G D G Dabei täte mir der Fall der Fälle ausgesprochen leid [Instrumental]C D G C D G [Verse 2]G Am Meinen Nachlass zu verwalten, geb' ich dir allein VollmachtC G D G So weiß ich, dass mit dem Nachlass keiner keinen Unfug machtG Am Geh' zunächst zum Biergroßhändler, der schon schluchzt und lamentiertC G D G Weil er mit mir eine Stütze seines Umsatzes verliertG Am Schenk' ihm all die leeren Flaschen, die bei uns im Keller steh'nC G D G Mit dem schönen Posten Leergut wird es ihm schon besser geh'n [Instrumental]C D G C D G [Verse 3]G Am Was danach an guten vollen Flaschen noch im Keller istC G D G Die vermach' ich Euch, Ihr Freunde, die Ihr sie zu schätzen wisstG Am Als Dank für die guten Stunden, die Ihr mir gegeben habtC G D G Als Dank dafür, dass Ihr heut' noch hinterm schwarzen Wagen trabtG Am Ich vermach' Euch Fass und Flaschen, euch zum Wohle, mir zum TrostC G D G Ich hätt' gerne mitgetrunken, leider geht's nicht, na denn Prost [Instrumental]C D G C D G [Verse 4]G Am Alles, was ich an irdischen Gütern habe, Hund und HausC G D G Vermach' ich dir, meine Freundin, mache du das Beste drausG Am Und erscheinen dir die Räume plötzlich viel zu eng und kleinC G D G Öffne den Freunden die Türen, und das Haus wird größer seinG Am Verschenke, was immer du verschenken willst vom InventarC G D G Sei mit denen die dich bitten, großzügiger, als ich es war [Instrumental]C D G C D G [Verse 4]G Am Meine Träume, meine Ziele, sind bei dir in guter HandC G D G Die, die ich so gut geliebt hab', wie ich es nun mal verstandG Am Ich wollte die Welt verbessern, ohne viel Erfolg scheint mirC G D G Mach du, wo ich aufhör', weiter, und vielleicht gelingt es dirG Am Das wird dich darüber trösten, wenn ich nicht mehr bei dir wohn'C G D G Dann werd' wieder die Glücklichste, die Schönste bist du ja schon [Instrumental]C D G C D G [Verse 5]G Am Meine Verse, meine Lieder, gehör'n dir ja ohnehinC G D G Die, die mich so sehr geliebt hat, mehr vielleicht, als ich's verdien'G Am Denn durch dich hab' ich, wenn heut' schon meine letzte Stunde kommtC G D G Viel mehr als nur jenen Teil vom Glück gehabt, der mir zukommtG Am So bedaur' ich eine in jener Stunde nur, dass offenbarC G D G Uns das Los von Philemon und Baucis nicht beschieden war [Instrumental]C D G C D G [Verse 5]G Am Aber eines freut mich doch, wenn ich heut' sterbe, ungeniertC G D G Hab' ich meine Widersacher doch noch einmal angeschmiertG Am Denn ich hör' die Lästermäuler Beileid heucheln und sogarC G D G Murmeln, dass ich stets der Beste, Liebste, Allergrößte warG Am Euch, Ihr Schleimer, hinterlass' ich frohen Herzens den VerdrussC G D G Dass man von dem frisch Gestorb'nen immer Gutes sagen muss [Instrumental]C D G C D G [Outro]G Am Mein Vermächtnis ist geschrieben, klaren Kopfes bis zuletztC G D G Ich lass' noch Platz für das Datum, den Rest unterschreib' ich jetztG Am Dieses ist mein letzter Wille, doch ich hoffe sehr dabeiC G D G Dass der Wille, den ich schreibe, doch noch nicht mein letzter seiG Am Wär er's doch, schreib' auf den Grabstein, den ich mir noch ausbeding':C G D G "Hier liegt einer, der nicht gerne, aber der zufrieden ging"
Mein Testament
Reinhard Mey
- Am
- C
- D
- G
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